Kopf und Herz.

Sie lesen hier über mein Selbstverständnis und meinem beruflichen Werdegang.
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Wecker oder Zwiebel?

Das KISS-Prinzip – keep it simple and stupid – verwendet zum Beispiel die Werbung. Oder die tendenziöse Kommunikation. Das skizzierte Prinzip vereinfacht eine Sache, um sie rasch zu verstehen; das macht auch bis zu einem gewissen Grad einen Sinn. Um Menschen schneller zu begreifen, bedienen wir uns eines imaginären Weckers: ‚So tickt der Mensch‘. Anders ausgedrückt könnte mann/frau es als Ursache-Wirkungs-Einschätzung bezeichnen. Der persönliche Wunsch, den Auftritt und das Verhalten im Kontakt rasch und einfach einzuordnen ist nachvollziehbar. So hilfreich wie das schematische Ticken sein mag, verführt es mich zum Pauschalisieren, vorschnellen Urteilen und in die Schublade stecken.

Geht es dann ganz ohne schnelles Einschätzen? Auf was können wir uns verlassen? Der erste Eindruck oder die Chance des zweiten Blicks?

Es ist beides wichtig. Und wird von unserer Menschenkenntnis gestützt. Wir brauchen den ersten Eindruck, hilft er uns dabei, schnell ein Gefühl der Stimmigkeit oder Unstimmigkeit zu erlangen. Gleichwohl schaue ich immer durch meine persönliche Brille auf mein Gegenüber.

Ich benütze gerne Analogien, denn Bilder merken sich besser. Manchmal ist es mit uns Menschen ganz einfach und manchmal kompliziert. Wir sind vielschichtig, in etwa so wie eine Zwiebel; und ihr Innerstes ist von mehreren Schichten umgeben. Dazu gibt es sie, wie uns Menschen auch, in unterschiedlichen Erscheinungen. Sie wachsen unter unterschiedlichen Voraussetzungen und gedeihen verschieden. Eine Sorte lässt die Augen tränen, die andere ist scharf, die eine groß oder die andere klein. Das bleibt mir erst mal verborgen und gleichzeitig ist ihr Aufbau offensichtlich sehr ähnlich. Die Schichten liegen übereinander und schützen oder verdecken das Innerste.

Die Einstellung machts

Die persönliche Einstellung macht viel im gemeinsamen Miteinander aus. Erscheint mir ein Mensch als schwierig und unsympathisch tue ich mich besonders schwer in meinem Urteil. Die Emotion und Zuneigung oder Sympathie wie auch mein eigener Charakter wirken auf die Beziehung ein.

Es liegt auch bei mir, die Mühe und das Feingefühl aufzubringen, eine Schicht abzunehmen und zu erfahren, ob der zweite Blick den ersten Eindruck bestätigt und den Menschen besser zu verstehen. Das lebe ich so gut wie möglich. Und es gelingt mal einfacher, mal muss ich mehr aus meinem gewohnten Verhalten heraustreten. In diesen Momenten ergänze ich das hintergründige Ticken um den Rhythmus eines Tanzes.

Zwiebelprinzip

Die Erde unser Lebensraum

Unsere Erde ist einzigartig. Wir Menschen sind – nach heutigem nachvollziehbarem Wissen – alleine in dem riesigen kalten schwarzen Nichts um uns herum. Wir haben nur uns und diese eine phantastische Kugel, auf der wir leben. Und überreizen über unseren Ressourcen-Verbrauch das System. Deutschland ist arm an Ressourcen und schlau an Köpfen.

Disrupt yourself, ist schwierig und doch notwendig. Auch Mitarbeiter – wenn es ganz schlimm kommt – müssen sich hart hinterfragen. Sich selbst in der Rolle und die Dienstleistungen zu hinterfragen, dass tut weh und bietet gleichzeitig viele Möglichkeiten. Alles Bestehendes aufzugeben, das heißt es nicht. Sondern dass, was dem Erhalt des Lebens auf der Erde entgegenarbeitet, abzuschneiden. Ein allgemeines Beispiel: die ungefilterten Schweröl-Schornsteine von Transportschiffen. Schaffen wir als Verbraucher die Reduzierung des Transports zur See zum einen und können Reedereien zu Filtern in den Schornsteinen gezwungen werden. Wie sehen die Wege zur Transparenz der Kontrolle und Information der Verbraucher darüber aus. Und welche Verantwortung tragen wir als Verbraucher in diesem und anderen Prozessen.

Werte geben Orientierung

Wie Unternehmen mit ihrer Marktherausforderung umgehen hängt auch von den Werten ab, die sie sich selbst gibt. Das spiegelt sich wieder in der Führung und der Arbeit aller Beteiligten. Ich sehe, dass wir alle zusammen, jeder in seinem Modell einen Beitrag für die nachhaltige Zukunft leisten kann.

Wenn nicht Disruption, dann Veränderung, die ist stetig und wir können uns mental dafür stärken. Indem wir üben. Ich habe mich für Design Thinking entschieden aus meiner Kundennähe in meinem letzten Beruf einerseits. Und andererseits, weil es eine Methode ist, mit der wir schnell ins Handeln kommen. Sie fördert ein offenes Mindset, dass viel bewegen und Spaß machen kann. Wir gewinnen neue Erkenntnisse und erproben unsere Stärken in der Interaktion. Mit jedem Mal gelingt es besser.

Die gewonnenen Erkenntnisse und anwendbare Lebensfertigkeiten geben uns persönliche Stabilität, um uns in unvertrauten Situationen neu zu erfinden. Das Bewusstsein, was uns ausmacht und worauf wir bauen können – über das faktische hinaus – bringt uns als Mensch und Unternehmen dazu, Veränderungen aktiver anzunehmen und der Komplexität eine Struktur zu geben.

Unsere Werte sind auch in heftigen, Umsatz getriebenen Phasen die Basis des unternehmerischen Wirkens. An ihnen orientieren sich Menschen. Ich arbeite mit Unternehmen, an den Werten und dafür, sie mit Leben zu füllen.

Jede  (r)  zählt

Das Genderthema treibt mich um, soziologisch, wirtschaftlich und kulturell. Was können wir tun, um die Akzeptanz weiter füreinander zu erhöhen?

In den neunzigern, zweitausendern und zweitausendzehnern arbeitete ich in interessanten Firmen (technische Produkte), deren Hintergrund maskulin geprägt ist. Wenn ich auf diese Zeit blicke, hat sich der deutsche Arbeitsmarkt merklich zu einer ausgewogeneren Arbeitswelt zwischen den Geschlechtern entwickelt (siehe auch Zukunftsinstitut, Frankfurt/Megatrenddokumentation 2012).

Den vorher erwähnten Zeitraum reflektierend, kann ich sagen, dass ich mein Verhalten für den Erfolg ‚vermännlichte‘. Das wurde mir von Kollegen und Kolleginnen quittiert mit ‚Arroganz‘ oder ‚Härte‘. War ich zu freundlich, war ich zu wenig durchsetzend. Tatsächlich übersah ich damals das eigentlich Wichtige: es herrschte bei technischen Mittelständlern ein Mangel an weiblichen anerkannten Vorbildern in Entscheider-Positionen. Und es fehlte mir in jungen Jahren das professionelle Wissen und die Unterstützung für eine beruflich fördernde und Verhaltens-Strategie.

In der EY-Mittelstandsstudie aus dem Dezember 2019 liegt der Frauenanteil in der Maschinenbaubranche im Topmanagement bei 8 Prozent. Gesamthaft für den Mittelstand bei einem Umsatz von 20 Millionen bis 1 Milliarde Euro liegt der Anteil bei 16 Prozent. Im östlichen Deutschland ist der Frauenanteil in einer Führungsposition höher als im Westen.

Unterschiede bereichern

Das Selbstbewusstsein im Arbeitsmarkt und der Erfolg von Frauen – in vormals rein maskulin besetzten Berufen – ist jetzt um ein Vielfaches höher. In den Werkstätten und Büros arbeiten sichtbar mehr Frauen. Und doch, der Alltag und zahlreiche Facharbeiten zeigen es: Es ist weiterhin viel auf dem Gebiet – über die Arbeitszeitmodelle für Frauen hinaus – zu tun. Wenn ich tiefer hineinfühle, geht es um das Mindset. Wenn ich den Fachkräftemangel anschaue – der eher in den MINT-Berufen besteht – frage ich mich: Ist das ’notwendigerweise‘ Ausfüllen des Fachkräftemangels mit weiblichen Arbeitskräften, durch das Mindset ‚Frauen bringen nutzenbringende andere Stärken ein‘ gestützt? Das mag sich provokant lesen und gilt auch für andere, die weniger in den geschichtlichen Mainstream passen.

In der Geschichte mussten sich Frauen ihre Rechte für mehr gesellschaftliche und daraus heute resultierend wirtschaftliche Partizipation hart erkämpfen. Sich den Platz erobern und das in einem System, in dem sie neue Verhaltensregeln lernen mussten. Es gibt eine Zahl an Unterstützern und Überzeugten. Weil es tendenziell erkennbare Unterschiede im Umgang mit Menschen und Inhalten gibt. Zahlreiche Arbeiten in der Soziologie oder Psychologie und das Alltagserleben beschäftigen sich mit den Tendenzen. Quellenbezüge zu diesen Beispielen finden Sie am Ende dieser Passage aufgeführt.

Wie beispielsweise, dass Frauen eher Probleme lösen ohne Siegerzwang, umsichtiger im Umgang mit Menschen sind oder sich zugunsten anderer für die Sache zurücknehmen. Sie sind kommunikativ verbindend. Die Sache steht hierbei im Vordergrund mit einem pragmatischeren Vorgehen. Argumente zählen eher pragmatisch. In einem dominanten Umfeld wird das Verhalten häufig als Schwäche ausgelegt. Hier wird die Ausprägung von Männern – die eher ihre Umgebung fokussiert ausblenden – von ähnlich Denkenden als Stärke wahrgenommen. Es gelingt ihnen tendenziell einfacher mit dem anderen Platzkämpfe auszutragen oder Seilschaften in ihrem Sinn zu pflegen. Regeln sind  wichtig und die Argumentation, es wird in Diskussionen um sie gerungen.

Ähnlichkeit macht Kontakt einfacher

Wann ist mir etwas oder jemand sympathisch? Die Werbung arbeitet damit oder die Online-Plattform, die ich immer wieder benutze. Es ist der eine Kanal, über den ich mich informiere. Was ich darauf finde ist dem ähnlich wie ich denke und was ich persönlich toll finde.

Immer nur die gleiche Sicht zu pflegen und auf die Ähnlichkeit zu setzen, verengt die Wahrnehmung und verdrängt wertvolle Stärken. Die tendenziellen Stärken beider Geschlechter in Führungspositionen zu nutzen verbindet die unterschiedlichen Talente der Belegschaft nachhaltig.
Im Gegenzug zu den ‚erwünschten‘ Verhaltensweisen, sind wir Frauen gut beraten, die Position mutig zu vertreten, gut zu argumentieren, die Struktur zu erkennen und dickhäutig gegenüber gefühlten ‚Sparringsspielen‘ zu sein. Und ihre Anliegen persönlich ernst zu nehmen.

Dieses Thema ist wichtig und spannend und für mich zählen die Perspektiven und was wir daraus machen. Vom Menschen her gedacht fördert das Verbinden dieser Qualitäten die kommunikative und starke Führungskultur. Nochmal an die vorangegangenen Beispiele gedacht, liegen stabilisierende und treibende Qualitäten. Sie wirken im Unternehmen und im Markt gesamthaft. Wieso diese Quelle im Sinne des Erfolgs ungenutzt lassen?

(Quellen und Bezüge: Vertrauen führt, Reinhard K. Sprenger | Studien Kienbaum-Beratung 2001 | Job-Talk, Deborah Tannen | Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung des Maschinenbauers Trumpf | Umsichtiges Führen der weiblichen StaatsLenkerinnen in der Pandemie 2020 | Beispiel von SAP, Abkehr von der Doppelspitze | Diversity bei IBM | Psychologie der Persönlichkeit, Asendorpf, Neiyer).

Frauen in der Führung

Persönliches

Seit 2006 leben mein Mann und ich in unserem Wunschhaus aus Holz; 15 Minuten sind es bis ins Stadtzentrum Stuttgart mit der U-Bahn. Die Fluchtgeschichte meiner Familie mütterlicherseits wirkte auf mich nachhaltig. Und das Vorbild meiner Mutter, unabhängig zu sein; sie und mein Vater glaubten an mich, auch wenn ich es nicht tat. Ich bin gerne in der Natur, halte mich fit mit Sport und angemessener Ernährung. Wenn ich Lust habe, koche ich gut; meine Salatdressings und das CousCous sind sensationell. Ich höre Musik – gerne bewusst.

Wegbegleiter, Weggefährten und Momentbegegnungen

Unseren Weg gehen wir gemeinsam mit anderen. Und dafür bin ich dankbar, für die Begegnungen und Erlebnisse, die mir Menschen geben. Sie sind so unterschiedlich in der Intensität, in der Art und Intension.

Mit und an ihnen lerne ich. Und kann manchmal auch etwas zurückgeben.

Es sind die Beziehungen und die Gedanken zu Menschen, die mein Leben bereichern. Mein intensivster Weggefährte ist mein Mann. Wir brauchen Menschen und Begleiter, die auch als Korrektiv für uns wirken. Diese Aufgabe füllt er für mich aus, auch das ist unterstützen.

Über ihr Vertrauen bin ich glücklich.

Vorwiegend in technischen Branchen

Die Ausbildung machte ich bei einer Premium-Marke für Motorsägen/Maschinenbau und arbeitete dort in drei Positionen in der Werbeabteilung. Währenddessen absolvierte ich ein berufsbegleitendes Fachstudium, lernte über das Führen einer Premium-Marke, Fotografie und Druck. Ich war jung und begeisterte mich für Vertrieb und Gastronomie. Deshalb verlies ich die Komfortzone und lernte andere Unternehmen kennen. Mitte der Neunziger bewarb ich mich bei einem technischen Premium-Marken Hersteller für Elektrowerkzeuge im Nischensegment für Profis. Dort wirkte ich 18 Jahre vertriebsnah und schwerpunktmäßig im Marketing in verschiedenen Positionen.

Auf zur Spitzenleistung im Unternehmen

Ich begann, als das Unternehmen einen umfassenden strukturellen und personellen Umbruch zu Ende abschloss. In der Verkaufsförderung für den Fachhandel. Nahezu schulbuch-artig erlebte die wachsende Belegschaft den Aufbau: ungeduldig, hart manchmal, sehr fordernd mit inhaltlicher Transparenz. Der Lohn der Mühen war das Ergebnis eines weltweit agierenden Unternehmens als Leistungsführer. Die Gestaltungsmöglichkeiten, die Beweglichkeit in der Zusammenarbeit und das Markenwachstum fesselten mich. Ich brannte für diese Marke und hatte Spaß am internationalen kommunikativen Projektmanagement für Produkteinführungen.

Mit dem Experiment und Aufbau eines embedded Start-ups als Business Unit, wechselte ich in ein interdisziplinär und international besetztes Team. Das eine Ziel: ein Change Management, um den internationalen Vertrieb im Automotive Segment neu auszurichten. Alles was das Team tat, war gezielt auf den Nutzer abgestimmt. Ich verantwortete das kommunikative Projektmanagement. Wir profitierten sehr von der Kundennähe für den weiteren Ausbau der Marke. Das Team hätte Bäume ausgerissen.

Als das Unternehmen begann sich erneut zu verändern, verstärkte sich mein Gefühl zur persönlichen Veränderung. Wie das so ist mit der wachsenden Energie, sie findet irgendwann ihren Weg.

Hin zu Neuem

Vor meiner Selbstständigkeit sammelte ich bewusst andere Erfahrungen. Ich arbeitete als Dozentin für Wirtschaftsthemen (für IHK-Prüfungen) und als Lektorin für digitale Themen eines universitären Start-ups freiberuflich für mehrere Monate. Meine Mittelstands-Erfahrung ergänzte ich mit der in einem Automobil-Konzern in 2015/2016. Als PMO für Terminkoordination und Changebegleitung in zwei IT-Projekten. Anschließend verschaffte ich mir praktischen Einblick in die Trainerbranche als Trainingsleiterin für Management- und Führungsverhalten. Seit 2014 bin ich freischaffend und seit 2017 selbstständig.

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